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Montag, 19. September 2016

Line it up! Golfbälle markieren wie die Profis – Was steckt dahinter?

Die Pros auf den großen Touren machen es schon lange, doch auch in den unteren Ligen wird es immer bekannter: Das Markieren der Golfbälle. Wer kennt es nicht: Der Ball liegt in annehmbarer Nähe zum Loch auf dem Grün und der nächste Putt soll sitzen. Damit dies gelingt, gibt es immer wieder Tipps von Experten, die jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Technik der Profis soll her, schließlich lochen diese die Bälle aus fast jeder Distanz ein. Die vermeindliche Lösung lautet: Line up.


Line up – was ist das eigentlich?

Viele Spieler haben mittlerweile Linien auf ihren Bällen. Ein einfacher dünner Strich, der mit wenig Aufwand in kleinster Fingerarbeit auf den Ball gemalt wird und helfen soll, mit dem nächsten Schlag einzulochen. Einige Firmen haben auch bereits Hilfen hergestellt, damit die Linie gerade wird. Eine Plastikhaube beispielsweise, die auf den Ball gelegt wird und einen Strich in der Mitte hat, durch den durchgezeichnet werden kann.
Nach dem Bemalen wird der Ball der Linie nach ausgerichtet und zeigt so dem Spieler, wo hingeputtet werden muss, damit der Ball ins Loch geht. Doch bringt das Line Up wirklich Vorteile? Und wo müssen beim Spiel Einschnitte gemacht werden? Das Online-Magazin MyGolfSpy hat zu diesem Thema eine Studie durchgeführt und interessante Ergebnisse veröffentlicht.

Pro und Contra – Was bringt das Markieren?

Ganz klar: Was die Profis machen, muss gut sein und deshalb auch Anfängern helfen. Das war schon immer so, weshalb viele Spieler auch mit dem Line Up begonnen haben. Insider-Tipps versprechen eine höhere Putt-Garantie, was gerade bei den Anfängern für eine große Motivation sorgt.
Doch welche Nachteile ergeben sich durch das Markieren zwangsläufig? Der wohl entscheidenste ist, dass es viel Zeit in Anspruch nimmt. Ist man der einzige, der den Ball markiert und Loch für Loch auf den Zentimeter genau ausrichtet, müssen alle anderen warten, denn eine exakte Linie zu zeichnen und immer wieder genauestens auszurichten, ist nicht einfach. Sind es sogar noch mehr Leute in einem Flight, die ihre Bälle markieren, kann es zu Verzögerungen auf dem ganzen Platz kommen. Ohne das Line Up würde das Spiel also auf jedenfall schneller gehen, was gerade in der heutigen Zeit oft diskutiert wird.

Die Studie von MyGolfSpy

Gerade das sorgt für Unmut bei den Line-Up-Gegnern. Diesem Problem ist MyGolfSpy auf den Grund gegangen und hat getestet, wie viel Einfluss die Linien auf den Bällen wirklich auf den Putt-Erfolg haben. Zehn Tester sollten dazu jeweils 20 Putts aus drei verschiedenen Distanzen (1,5 m, 3m und 6 m) spielen, zehn mit und zehn ohne Linie. Die Putter und Bälle waren bei allen Testversuchen gleich.
Am Ende der Studie wurden die 600 Putts ausgewertet und verglichen, mit welcher Technik weniger Schläge gebraucht wurden. Bei der kurzen Distanz brauchten die Tester mit Linie zwei Putts weniger, die längeren Distanzen zeigten jedoch: Eine Linie auf dem Ball ist nicht hilfreich. Sowohl aus drei, als auch aus sechs Metern brauchten die Tester ohne Line Up weniger Putts und konnten dies auch im Anschluss begründen. Aus größerer Distanz lag die Konzentration der Spieler zu stark auf der Linie und sie haben die Grüns nicht richtig oder nicht ausführlich genug gelesen. Dadurch sind einige Putts trotz Markierung und langwieriger Ausrichtung daneben gegangen.

Alternativen?

Die Studie beweist also: Lieber Zeit sparen und die Markierungsstifte im Bag lassen, es bringt schließlich nicht den großen Mehrwert. Doch was tun, wenn es trotzdem Probleme mit dem Putten gibt? Welche Alternativen gibt es? Eine einfache und schnelle Variante ist die Aim-Point-Express-Methode, mit der Adam Scott vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht hat. Für diese Methoden werden lediglich die eigenen Finger benötigt, die dabei helfen, die optimale Ausrichtung für den Ball zu finden.
Durchaus gibt es viele weitere Möglichkeiten und immer wieder kommen neue Ideen auf den Markt, welche Methode zum perfekten Putt verhiflt. Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, wie er den Ball am Besten ins Loch bringt. Im Gedanken an das Line Up der Bälle bleibt lediglich die Frage: Lohnt sich der Zeitaufwand für eine minimale Verbesserung der Putt-Statistik aus kurzen Distanzen, oder reichen die Ausrichtungslinien der Hersteller nicht schon aus?
Quelle: http://www.golfpost.de/line-it-up-golfbaelle-mit-line-up-markieren-wie-die-profis-was-steckt-dahinter-7777244550/?mc_cid=6da4547897&mc_eid=df32aeb79e

Freitag, 16. September 2016

"Ohne Fitting funktioniert der beste Driver nicht"

Bei Titleist gibt es kaum einen Mitarbeiter, der sich mit den Produktneuheiten besser auskennt als Steve Pelisek.





Steve Pelisek, 55, weiß, wovon er spricht, wenn es um die neuen Drivern, Fairwayhölzern und Co. von Titleist geht. Immerhin ist der Amerikaner "President Golf Clubs bei Titleist" und seit 1993 bei der Acushnet Holdings Gruppe dabei, zu der neben Titleist auch FootJoy und Pinnacle gehören. Er ist hautnah dabei, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte geht, gehört zu den Ersten, die frühe Prototypen zu Gesicht bekommen und ist mit allen Spielern auf PGA und European Tour per Du. 
Golf.de: Die Titleist 917-Driver und -Fairwayhölzer wurden erst vor wenigen Wochen auf der Tour vorgestellt. Können Sie uns ein paar Eindrücke der Pros schildern?
Steve Pelisek: Die Schläger den besten Spielern der Welt zu präsentieren und zu hören, was sie davon halten - wir nennen den Prozess Tour Seeding - ist für uns ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Schläger auf den Markt zu bringen. Wenn Tour-Spieler die neuen Schläger in ihre Tasche nehmen, ist das eine Bestätigung für uns, dass wir etwas richtig gemacht haben. Deshalb nehmen wir das Tour Seeding sehr ernst.
In den USA haben wir die 917er-Serie im Congressional Country Club vorgestellt [bei der Quicken Loans Championship]. Das waren drei arbeitsreiche Tage [von Montag bis Mittwoch]. Wir haben 27 Spieler für die neuen Produkte gefittet.
Golf.de: Das hört sich aber nicht nach vielen an.
SP: Das vielleicht nicht. Aber man muss bedenken, dass diese Spieler mit den neuen Schlägern ihren Lebensunterhalt verdienen. Deshalb sind sie sehr wählerisch, wenn es während der Saison um neue Produkte geht. Bei der Quicken Loans haben 18 Spieler direkt die neue Serie in ihren bestehenden Satz integriert. Mit einigen haben wir bis zur letzten Sekunde am Mittwochnachmittag gearbeitet.
Am meisten überrascht hat mich, dass jedes Fitting anders war. Immerhin sprechen wir hier von Spielern auf Tour-Niveau, die schon einige Male auf neue Schläger gefittet wurden. Und dennoch mussten wir jedes Mal quasi von Null anfangen und uns sehr tief in die Materie hineinarbeiten, um ihnen die optimale Kombination zu bieten. Und wir haben jedem einzelnen eine deutliche Leistungssteigerung ermöglicht.
Das hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig Fitting heutzutage ist. Man muss sich nur einmal vorstellen, was der Durchschnittsgolfer erreichen kann, der nicht schon perfekt gefittet wurde. Da ist enormes Potential vorhanden.
Golf.de: Aber wie soll ein Amateur, der sich die Hölzer kauft, wissen, welche Einstellung für ihn die beste ist?
SP: Ganz einfach: Er soll sich fitten lassen. Wir arbeiten stetig daran, dass die Club Fitter bei Titleist weltweit immer besser werden, damit sie dem Kunden den besten Schläger an die Hand geben können. Wir wissen, dass unsere Ingenieure einen guten Job machen. Aber ohne ein ordentliches Fitting kann der beste Driver nicht funktionieren.
Titleist 917D und 917F ein "voller Erfolg"

Golf.de: Zurück zur Vorstellung auf der Tour. Waren Sie zufrieden mit dem Feedback?
SP: Der gesamte Prozess hat uns gezeigt, dass wir auf die neuen Produkte stolz sein können und dass unsere Spieler unseren Produkten vertrauen und wissen, dass sie mit den neuen Schlägern ihr bestes Spiel abrufen können. Von daher war die Woche für uns ein voller Erfolg.
Der gesamte Prozess des Tour Seedings über die weiteren Wochen war extrem befriedigend. Jeder Spieler, der auf die neuen Schläger gewechselt ist, beweist uns, dass wir ein gutes Produkt haben. Dass es genau das tut, was wir uns in der Entwicklung vorgestellt haben.
Bei Titleist sagen wir immer: "Wir gewinnen die Turniere schon am Donnerstag." Nämlich dann, wenn ein Großteil der Spieler unsere Produkte wählt, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Darauf sind wir bei Titleist extrem stolz.
Golf.de: Die größte Neuerung sind eindeutig die verschiebbaren Gewichte. Dabei ist die Idee nicht mehr neu. Warum hat sich Titleist damit so lange Zeit gelassen?
SP: Es ist der gleiche Grund, warum wir mit dem ARC [vorgestellt in den Drivern 915D2 und D3, Anm. d. Redaktion] so lange gewartet haben. Wir hatten nicht das Gefühl, dass die Technologie ausgereift genug war, um sie auf den Markt zu bringen.
Am Active Recoil Channel hatten wir fünf Jahre lange gearbeitet. Ursprünglich hatten wir nur gedacht, dass es eine höhere Ballgeschwindigkeit bringen würde. Bei unseren Tests und Studien haben wir aber auch einen reduzierenden Effekt auf die Spin Rate gesehen. Deswegen hatten wir die Einführung nach hinten verschoben, um das Phänomen besser verstehen zu können.
Golf.de: Wie lange hat dann die Entwicklung der verschiebbaren Gewichte gedauert?
SP: Deutlich länger als fünf Jahre. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich den ersten Prototyp mit SureFit CG getestet habe. Schon damals hat es durchaus funktioniert. Aber zugleich war uns klar, dass unsere Entwicklungsabteilung noch jede Menge Arbeit vor sich hat. Denn die Unterschiede der verschiedenen Einstellungen waren zu extrem.
Aber das ist nicht so einfach. Zuerst einmal mussten sie sich um die physikalischen Gesetze kümmern. Danach stand der Klang des Drivers auf dem Punkt - wie bereits gesagt wollen wir, dass sich ein Titleist-Driver immer nach einem Titleist-Driver anhört. Dann müssen die Schläger auch wiederholbar hergestellt werden können und gut aussehen. Das ist ein langer Prozess und beinhalt enorm viel Arbeit bei unseren Designern und Entwicklern.

Ohne ordentliches Fitting kann der beste Driver nicht funktionieren

Golf.de: Aber andere Hersteller werben gerade mit den extremen Korrekturen, die mit ihren Drivern möglich sind.
SP: Schon, aber Titleist entwickelt keine Schläger, um gravierende Fehler im Schwung zu korrigieren. Wir entwickeln Schläger, die passionierten Golfern helfen sollen, ihren ganz persönlichen Ballflug konstant wiederholen zu können. Immer und immer wieder.
Gleichzeitig sollen unsere Schläger natürlich die höchstmöglichen Ballgeschwindigkeiten liefern, die besten Spin Raten für den eigenen Schwung ermöglichen und auch bei nicht ganz perfekten Treffern ordentliche Ergebnisse ermöglichen. Sodass man auch an einem schlechten Tag, an dem der Schwung nicht zu 100 Prozent sitzt, gute Ergebnisse spielen kann.
Aber wir behaupten nicht, dass man mit dem SureFit CG einen gravierenden Fehler ausgleichen könnte. Für uns ist er nur eine Möglichkeit zum Feintuning, das am Ende eines Fittings stehen sollte.
Golf.de: Wie sieht denn der Fitting-Prozess für die 917-Driver und -Fairwayhölzer aus?
SP: Zuerst sollte man sich die Parameter direkt nach dem Treffmoment ansehen. Damit kann man die wichtigsten Werte, wie Schwung- und Ballgeschwindigkeit sowie Abflugwinkel und Spin Rate mit dem richtigen Schaft (Flex und Länge) und dem passenden Loft optimieren.
Danach geht es um Feinheiten wie die Richtung, in die der Ball startet und wie sich der Ball während des Flugs verhält. Ersteres können wir mit unserem SureFit Hosel anpassen, mit dem wir den Lie Angle und die Stellung des Schlägerblatts verstellen können. Für das Verhalten des Balls in der zweiten Hälfte des Ballflugs haben wir SureFit CG entwickelt.
Mit SureFit CG unterstützen wir eine gewisse Flugkurve (Draw oder Fade) und reduzieren die Wahrscheinlichkeit der nicht gewünschten Kurve. Das erzeugt beim Spieler Selbstvertrauen. Wenn er keine Angst mehr hat, den Ball links zu verlieren, weil wir ihm SureFit CG auf einen Fade eingestellt haben, fühlt er sich sicherer. Beim Drive kommt es stark auf das Selbstvertrauen an. Plötzlich schwingt der Spieler energischer, erzielt höhere Schlägerkopfgeschwindigkeiten und damit größere Weiten.

Pelisek über die Bedeutung der einzelnen Schläger

Golf.de: Die meisten Amateure sehen den Driver als ihren wichtigsten Schläger und bauen darum ihren Satz auf. Liegt das Augenmerk bei Titleist auch auf dem Driver?
SP: Leider sehen das viele Amateure so, das ist richtig. Für uns ist das wichtigste Produkt der Ball; bei uns der Pro V1 und Pro V1x. Denn nur den Ball benutzt man bei jedem einzelnen Schlag auf der Runde.
Bei den Schlägern messen wir jedem Produkt - egal ob Driver, Fairwayholz, Hybrid, Eisen, Wedge oder Putter - die gleiche Bedeutung zu. Denn auch passionierte Golfer [die Zielgruppe von Titleist, ohne dabei Einschränkungen in Spielstärke und Handicap einzugehen] wissen, dass sie jeden Schläger im Bag trainieren, beherrschen und dementsprechend separat auswählen sollten.
Golf.de: Spielt das Fairwayholz nicht eine spezielle Rolle in jedem Satz? Immerhin muss es aus allen möglichen Lagen gespielt werden.
SP: Bob [Vokey] und Scotty [Cameron] würden das gleiche wohl von ihren Schlägern sagen. Aber das Fairwayholz hat eine faszinierend einmalige Stellung. Sei es als Wahl vom Tee bei engen Spielbahnen oder einem langen Par 3. Sei es für den zweiten Schlag vom Fairway, aus dem Rough oder Fairwaybunker in lange Par-4- oder kurze Par-5-Bahnen. Es muss aus allen möglichen Lagen funktionieren. Das ist eine ziemlich große Herausforderung für die Designer.
Deshalb ist es so wichtig, die verbauten Technologien verstanden zu haben und so zu verwenden, dass sie genau das tun, was sie sollen. Das Fairwayholz muss beispielsweise so gespielt werden können, dass der Ball auf dem Grün anhält. Darauf muss man beim Driver nicht achten. Gleichzeitig darf es nicht zu viel Spin erzeugen, weil es sonst vom Tee nicht verwendet werden kann.
Golf.de: Wie finden Sie heraus, ob eine Technologie auch auf dem Platz funktioniert und nicht nur unter Laborbedingungen?
SP: Da kommen wieder unsere Tour-Pros ins Spiel. Sie sind unsere größten Kritiker. Wenn sie mit einem Produkt nicht zu 100 Prozent zufrieden sind, lassen sie uns das sofort wissen. Deshalb sind für uns die Tour Seedings so enorm wichtig.

Quelle: http://www.golf.de/publish/equipment/nachrichten/60110758/ohne-fitting-funktioniert-der-beste-driver-nicht

Donnerstag, 15. September 2016

Driven - Auf der Jagd nach mehr Länge

Marco Burger, einer der Gründer von HIO Fitting, und Teaching-Pro Marco Schmuck zeigen, worauf beim Drive zu achten ist und wie Sie den Abschlag besser meistern können. 


Nichts fasziniert den Golfer so sehr wie ein richtig langer Drive. Kein anderer Aspekt findet beim Durchschnittsspieler ähnlich viel Beachtung - auch wenn die Konzentration auf das kurze Spiel allzu oft eine deutlich schnellere Verbesserung bewirken könnte. Trotzdem gilt natürlich: Nur mit einer ordentlichen Grundlänge hat man die Möglichkeit, moderne Plätze erfolgreich zu bewältigen. 
Der einfache Griff nach einem neuen Driver scheint dabei zu Beginn der Saison zwar eine einfache Lösung, führt aber oftmals nicht zu längeren Schlägen. Der Grund: Allzu oft werden Modelle gekauft, die nicht wirklich zum Spieler passen. Ein weiterer Grund: Aktuelle Driver haben keinen größeren Trampolineffekt als die Driver der vergangenen Jahre. In der Mitte der Schlagfläche beschleunigen sie den Ball genauso schnell wie ältere Generationen. Denn: Seit 2003 hat die USGA den maximal erlaubten Trampolineffekt festgelegt.
Es gilt also, den passenden Driver hinsichtlich Loftwinkel, Gewicht, Spielbarkeit und Schaft zu finden. Um wirklich Ihr volles Potential auszuschöpfen, sollten Sie Ihren Schwung und Ihre Ballflugdaten genau unter die Lupe nehmen lassen. 

Diese Vorgehensweise hilft:

1) Ist-Analyse Driver
Suchen Sie sich einen professionellen Fitter, der über einen modernen Launch Monitor (Trackman, Foresight, FlightScope) verfügt, so dass Sie Ihr Material genau überprüfen lassen können. Achten sie hierbei vor allem darauf, dass sie eine Auswahl an verschiedenen Schlägerköpfen testen können. Dieser ist der direkte Kontaktpunkt mit dem Ball und daher hauptverantwortlich für den Ballflug. Die Schaftsteifigkeit und das -gewicht sollten ebenso zu ihrem Schwung passen, wie der Loft des Schlägers und dessen Gewicht.
Gerade letzteres wirkt sich deutlich auf die Beschleunigung des Schlägers aus. Mit einem zu schweren Schläger können Sie Ihr Potential nie komplett ausschöpfen. Auch der Ball spielt beim Überprüfen des Materials eine große Rolle. Schlagen Sie also nach Möglichkeit während des Fittings mit dem Ball, den Sie auch sonst auf der Runde spielen.
Hier ein Beispiel in welcher Range sich moderne Driver normalerweise bewegen und was die Damen und Herren auf der Tour in aller Regel spielen:

2) Ist-Analyse Launch Monitor
Stellen Sie nun fest, wie Sie den Ball treffen. Auch hierzu liefert ein Launch Monitor genaue Erkenntnisse. Grundsätzlich erzielen Sie mehr Länge, wenn der Ball mit einem positiven Eintreffwinkel (im Aufschwung) geschlagen wird, weil dann weniger Energie (an Reibung) verloren geht und der Backspin abnimmt. Der Ball fliegt höher ab, bleibt lange in der Luft und rollt länger aus. Ein idealer Abflugwinkel des Balles liegt - je nach Geschwindigkeit - zwischen 12° und 15°. Die Backspinrate des Balles sollte dabei zwischen 2200 und 2800 rpm liegen – abhängig von der jeweiligen Schlägerkopfgeschwindigkeit.
Wie stark sich der Eintreffwinkel auf die Länge auswirkt, können Sie anhand folgender Vergleiche erkennen, die zeigen, dass sich mit zunehmender Schlägerkopfgeschwindigkeit der Unterschied zwischen positivem und negativem Eintreffwinkel deutlich erhöht:
3) Richtiger Eintreffwinkel
Sollten Sie mit dem Driver einen negativen/zu steilen Eintreffwinkel haben, liegt es nahe, mit Ihrem Pro an Ihrem Schwung zu arbeiten. Folgende Tricks können ihnen dabei helfen:
  1. Rechte Schulter unter der linken Schulter
  2. Schulterachse parallel
  3. Ball vom linken Fuß schlagen
  4. Sehr hohes Tee verwenden
4) Mittigkeit des Treffens
Unabhängig vom Eintreffwinkel gibt es weitere Aspekte des Schwungs, durch welche die Länge des Balls deutlich beeinflusst wird. Negativ auf die Ballgeschwindigkeit wirken sich Treffer an der Hacke/Spitze, sowie Ober- und Unterseite des Kopfes aus. 
Ein schlechter Treffer kann schnell die Flugeigenschaften des Balls, und damit ihre Schlagweite, beeinflussen. Typische Folgen:
  • Verlust an Ballgeschwindigkeit und damit Schlagweite
  • Treffer oben an der Schlagfläche haben weniger Backspin (Ball rollt weiter) Treffer unten an der Schlagfläche haben mehr Backspin (bleiben liegen)
  • Treffer an der Spitze des Schlägers entwickeln Linksdrall (Draw/Hook)
  • Treffer an der Hacke des Schlägers entwickeln Rechtsdrall (Fade/Slice)

Quelle: http://www.golf.de/publish/training/am-abschlag/60110750/driven-auf-der-jagd-nach-mehr-laenge

Mittwoch, 14. September 2016

Das richtige Warm Up: Trainingstipps mit Frank Adamowicz

Trainingstipp: Das richtige Warm Up

Aufwärmen: Ein Aspekt, der bei vielen Golfern gerne mal etwas vernachlässigt wird. Die Hand soll möglichst schnell zum Schläger greifen und das Training mit dem Ball beginnen. Doch wenn es nach dem Golf Post Experten Frank Adamowicz geht, ist aufwärmen gerade beim Golf wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Im Trainingsvideo erklärt er ein paar kleine Übungen, die nicht vom Training abhalten und den Schläger mit in das Programm einbauen.

Dehnen der beanspruchten Muskulatur: Wichtig für jeden Golfer

Mit kurzen Übungen den Körper in Schwung bringen, das ist das Ziel der Übungen von Frank Adamowicz. Der Golftrainer zieht jedoch direkt den Bezug zum Spiel, so wird bei der ersten Übung die Ansprechhaltung eingenommen. Der Schläger wird dabei hinter die Schulter genommen um eine Dehnung zu verursachen. Dann dreht man sich zur jeder Seite, wie es beim Schwung später auch sein sollte.
Bei der zweiten Übung werden die seitlichen Muskelstränge gedehnt. Der Schlag wird wieder zwischen beide Hände genommen und hoch in die Luft gestreckt. Dann soll man sich zu jeder Seite einmal kurz lehnen, um eine Dehnung hervorzurufen. Der Golftrainer betont an dieser Stelle auch, dass es wichtig ist, dass die Arme beide gestreckt sind, da sonst keine Dehnung zu STande kommt. Diese Übung ist vor allem für den perfekten Drive am Ende gut.

Trainingstipp von Frank Adamowicz: Man achte auf die Wirbelsäule

Als nächstes geht Adamowicz auf einen Problembereich ein, der Tiger Woods des Öfteren vor Probleme stellt: Der Rücken. Wer sich vor dem Training ein paar Sekunden Zeit nimmt, die Wirbelsäule ein wenig zu strecken, kann eine Menge bewirken und Rückenschmerzen vorbeugen. Als letztes müssen noch die Handgelenke aufgewärmt werden. Die Gelenke werden beim Golf bei jedem Schlag beansprucht und verlangen daher besondere Fürsorge. Frank Adamowicz zeigt auch hierfür eine kurze Übung, die Verkürzungen vorbeugt und die Handgelenke kurzzeitig entlastet.
Mit den Trainingstipps des Golf Post Experten kann auf dem Golfplatz nicht mehr viel schief gehen, gerade wenn der Körper vor dem eigentlichen Training richtig aufgewärmt wird.

Quelle: http://www.golfpost.de/trainingstipp-frank-adamowicz-warm-up-7777244542/?mc_cid=44369e8097&mc_eid=df32aeb79e

Acht Tipps von Sandra Gal für besseres Putten

Sandra Gal ist als beste deutsche Golferin international etabliert. Die 31-Jährige steht momentan auf Platz 62 der Damengolf-Weltrangliste, spielte im Jahr 2011 ihr erstes LPGA-Tour-Turnier (KIA Classic), vertrat 2015 das europäische Team beim Solheim Cup und startet in wenigen Tagen für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. In ihrem Blog bei USA Today verriet sie, gerade beim Putten große Schritte nach vorne gemacht zu haben. Wie es dazu kam und wie auch Sie möglicherweise Ihr Spiel auf den Grüns verbessern können, zeigen die acht folgenden Puttingtipps.



Schwunglinie des Putters

Viele Golfer putten mit einer Schwunglinie, die leicht von innen nach innen verläuft. Sandra Gal hingegen hat sich dafür entschieden, die Schwunglinie ihres Putters nun deutlich gerader verlaufen zu lassen. Um dies zu trainieren, empfiehlt Gal, einfach zwei Tees in Putterbreite voneinander entfernt in den Boden zu stecken, den Ball in der Mitte der Tees zu positionieren und aus 1-2 Metern zu versuchen, die Putts im Loch unterzubringen. „Diese Methode wird es Ihnen erleichtern, den Ball mehr mit der Mitte der Schlagfläche zu treffen. Arbeiten Sie daran, indem Sie sowohl Putts mit einem Rechtsbreak als auch mit einem Linksbreak trainieren“, schreibt die Düsseldorferin.

Den passenden Griff zum Schwung finden

Ein ganz schwieriges Thema für jeden Golfer, gerade beim Putten. Denn hier sind der Individualität keine Grenzen gesetzt. Für Sandra Gal ist es aber besonders von Bedeutung, „dass die Ausrichtung ihres Putterkopfes zu ihrer geraderen Schwunglinie passt und somit so wenig Rotation wie möglich verursacht.“ Deshalb hat sie ihrer Kollegin Stacy Lewis genau auf die Finger geschaut. Das Ergebnis: Gal „greift“ ihren Putter nun mehr mit den Handflächen.

Augen über dem Ball lassen

In Ihrer Ansprechposition sollten sich die Augen immer über dem Ball befinden. Um dies sicherzustellen, schlägt Gal vor, nach dem Ansprechen einen zweiten Ball von Ihrem linken Auge aus fallen zu lassen und darauf zu achten, an welcher Stelle dieser landet. Idealerweise trifft der fallen gelassene Ball genau den adressierten Ball oder landet nur knapp daneben. Kommt er hingegen zwischen Ihnen und dem angesprochenen Ball auf, stehen Sie in Ihrer Ansprechposition zu weit entfernt vom Ball. Landet er dahinter, sind Sie zu nah am Ball.

Die Geschwindigkeit der Grüns erkennen

Gerade beim Putten ist die Geschwindigkeit oftmals entscheidend. Um hierfür ein besseres Gefühl zu bekommen, schlägt Gal eine bestimmte Trainingsmethode vor: Positionieren Sie einfach einen Alignment Stick (dünner Stab, der Ihnen hilft die Puttlinie einzuhalten) – oder mehrere Tees in Puttrichtung vier bis fünf Meter vom Loch entfernt. Wählen Sie dabei einen Putt mit dem Break von etwa einem Lochdurchmesser aus und achten Sie darauf, dass Ihre Putts maximal 50 Zentimeter hinter dem Loch auslaufen.

Auf Gefühl und Intuition verlassen

Für Sandra Gal, die sich als „Gefühls-Putterin“ beschreibt, ist gerade Intuition beim Putten von großer Bedeutung. Sie selbst sieht das Loch als eine Uhr und stellt sich bei jedem Putt vor, von welcher Seite oder zu welcher „Uhrzeit“ der Ball ins Loch fällt. Um genau dieses Gefühl aufzubauen, achtet Gal in der Ansprechposition besonders darauf, „wie sich der Putt unter ihren Füßen anfühlt.“

Das Ziel kleiner machen, als das Loch ist

Schönes Gefühl: Ein Putt auf dem Weg ins Loch .
Schönes Gefühl: Ein Putt fällt.(Foto: Getty)
Dieser Tipp mag auf den ersten Blick komisch klingen, ist das Loch für die meisten Golfer doch ohnehin schon klein genug. Bei näherer Betrachtung aber ist auch dieser Ratschlag hilfreich. Gehen Sie zum Loch und „suchen Sie sich dort den kleinsten Grashalm“ aus, rät die 30-Jährige. „Und zwar genau an der Stelle, an der Ihrer Meinung nach der Ball in das Loch gehen wird. Konzentrieren Sie sich nun vor der schlussendlichen Ausführung des Putts immer genau auf diesen Punkt“ und Sie werden merken: „Das Loch scheint plötzlich viel größer zu sein!“

Nicht zu viel auf die Mitspieler achten

Zwei Golfer beim Lesen der Puttlinie.
Zwei Golfer beim Lesen der Puttlinie. (Foto: Getty)
Jeder Golfspieler kennt die Situation. Der Mitspieler hat eine ähnliche Puttlinie, aber liegt weiter vom Loch entfernt. Häufig ist die Freude groß, doch manchmal kann der vorherige Putt des Mitspielers einen selbst auch aus dem Konzept bringen. Deshalb vergessen Sie nie: Jeder Golfer puttet individuell! Wie Gal berichtet, gibt es durchaus Golfer, die mit Spin putten oder aber versuchen, die kleine weiße Kugel mit einem Slice im Loch unterzubringen. Gal rät also: „Vertrauen Sie lieber dem eigenen Lesen der Puttlinie und lassen Sie sich nicht zu sehr von den Putts der Mitspieler täuschen.“

Strahlen Sie Überzeugung aus

Auch wenn sämtliche Tipps nun möglicherweise erst nach einer gewissen Trainingszeit zu einer gravierenden Verbesserung Ihres Puttens führen, ein Ratschlag wird Ihnen ganz sicher direkt weiter helfen. Gal formuliert ihn wie folgt: „Hoffen Sie nicht darauf, dass der Ball den Weg in das Loch findet. Überzeugen Sie sich selbst, den besten Putt zu schlagen, den Sie in Ihren Gedanken schlagen können und dann akzeptieren Sie das Ergebnis.“ Scheint so, als sei Golf wohl immer noch ein Kopfsport…
Quelle: http://www.golfpost.de/acht-tipps-von-sandra-gal-fuer-besseres-putten-7777207302/